Länger als sonst dauerte die Anfahrt zum Auswärtsspiel unserer Nachwuchshandballer am vergangenen Freitag. Im Rahmen des MasterCups 2009, verbrachten die Jungs das Wochenende (23.–25. Januar) in der Schweiz, wo gleich drei Partien gegen die Schweizer U17-Nationalmannschaft auf dem Plan standen.
Ohne die grippekranken Simon Körner und Neuzugang Gerrit Scheffler, dafür mit Marcel Engels (C1), ging es am Freitag bei strömendem Regen und Sturm ins mehr als 300 Kilometer entfernte Horw. Dort fiel um 20:30Uhr der Startschuss zum ersten Kräftemessen. Unter dem Trainer-Dreigespann Armbruster, Lazarus und Fürbaß legte die deutsche Abordnung stürmisch los und agierten mit einer offenen und beweglichen Abwehr. Ein starkes Torhüterduo rundete die Vorstellung ab, die mit 29:35 (11:20) zugunsten der Gäste endete, ehe die siegreichen aber müden Junglöwen um Mitternacht endlich die Jugendherberge beziehen konnten.
Knapp sieben Stunden später klingelten auch schon wieder die Wecker, denn nach dem Frühstück stand bereits die morgendliche Trainingseinheit auf dem Plan – „Wir waren ja nicht zum Spaß dort!“ Um 13Uhr schließlich das zweite Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, diesmal im knapp 30 Minuten entfernten Zug. Und nachdem am Vortag vor dem Anpfiff gar keine Hymne gespielt wurde, ertönte nun immerhin die Slowenische für das deutsche Team.
„Die Eidgenossen wollten natürlich nicht wieder so eine Klatsche und hatten sich prächtig auf uns eingestellt. Manndeckung auf der rechten Angriffsseite - vor allem gegen David Twardon.“ erklärt Fürbaß. Und trotzdem sah zu Beginn noch alles ganz gut aus. „Wir zogen zwar auf 10:5 davon, luden jedoch durch überhastete Abschlüsse und leichte Ballverluste die Schweizer zu Konter ein. So kam es, wie es kommen musste. Zur Halbzeit noch vorne, am Ende hat die Schweiz verdient gewonnen.“ 31:28 (12:14 )
Sonntag hin oder her, auch am nächsten Morgen war Ausschlafen ein Fremdwort, denn bereits um neun Uhr ertönte der Anpfiff zum dritten und letzten Streich. Das Motto für heute lautete ganz klar „Aus der Niederlage lernen!“. Da Pascal Durak zwar mit angereist war, durch eine Ellbogenverletzung aber nicht spielen konnte und nun auch noch Ferdinand Fleischmann der Grippe zum Opfer gefallen war, gestaltete sich die Situation mit gerade einmal zwei Feldspielern nun übersichtlich – während die beiden Bänke der Schweizer nicht ausreichten. Doch von Kapitulation keine Spur: „Nur das Team mit dem stärkeren Willen kann dieses schwere Spiel gewinnen!“ Und diesmal klappte es auch mit der deutschen Nationalhymne.
Dadurch noch zusätzlich angespornt, gingen die Gäste „sehr engagiert zu Werke und legten zum Abschluss noch einmal eine wirklich beachtliche Leistung aus Parkett“ (27:31 nach 16:17). Das Torhüterduo stellte einmal mehr seine Klasse unter Beweis: Ullrich war bis zur 40sten Minute ein sicherer Rückhalt für sein Team, ehe auch Rojban mit spektakulären Paraden glänzte. Außerdem lieferten ihre Vordermänner eine beeindruckende Vorstellung ab, das Abwehrtraining mit Christof Armbruster am Samstagmorgen zeigte also Wirkung. Und auch im Angriff zeigten die jungen Talente ihre individuelle Stärke. Die Heimfahrt verlief entsprechend ruhig, mit geschlossenen Augen und einem Siegerlächeln auf den Lippen.
Das Fazit fällt durchweg positiv aus: Aus sportlicher Sicht hatten die drei Spiele auf gutem Niveau gegen einen starken Gegner für eine willkommene Herausforderung gesorgt, die die Junglöwen an ihre Grenzen gehen ließ. Und auch abseits des Spielfeldes trug das gemeinsame Wochenende zur Stärkung der Gemeinschaft bei und wird so manchem in positiver Erinnerung bleiben.
Die Junglöwen im LA BaWü-Dress:
Landestrainer Christof Armbruster, David Twardon, Ferdinand Fleischmann, Pascal Freiseis, Gerrit Scheffler, Kevin Bitz, Sebastian Paul, SG-Trainer Klaus Lazarus und Holger Fürbaß, Dennis Herrmann, Simon Körner, Sebastian Ullrich, Alexander Sauer, Pascal Durak, David Rojban (fehlt auf dem Bild).




